Progaminghausen

Pokern lernen und verstehen…

Bankroll Management

Das Bankroll Management macht langfristig gesehen den entscheidenen Faktor aus, um erfolgreich Poker zu spielen.

Ziel eines guten Bankroll Managements ist es, sein Können und seine Performance dem entsprechenden Limit anzupassen. Das Bankroll Management verhindert, das man alles auf einmal verliert, was schon vielen Pokerspielern passiert ist, die über ihrem Limit gespielt haben und ungenügendes Bankroll Management betrieben haben.

Bankroll Management für Cashgames:

Wir stellen hier die 1000 BB Regel vor. Diese Regel ist etwas konservativer aufgebaut als andere (700 BB, 800 BB), dafür aber sicherer und für die späteren hohen Limits besser geeignet, da hier aggressiver gespielt wird. Man spielt also etwas länger auf den entsprechenden Limits, bevor man auf- bzw absteigt.

Was bedeutet die 1000 BB Regel?

1000 BB bedeutet, das man immer 1000x den Big Blind des entsprechenden Limits in seiner Bankroll haben muss, um auf diesem zu spielen. Möchte man also an Tischen mit Blinds: $0,10/$0,20 spielen, so nimmt man den Big Blind ($0,20) mit 1000 mal und sieht, das mann eine Bankroll von $200 benötigt. Hat man also eine Bankroll von $200 erreicht, so kann man anfangen an $0,10/$0,20 Tischen zu
spielen.

Läuft alles gut, und man gewinnt, so kann man sobald man $400 erreicht hat, an $0,20/$0,40 Tischen Spielen ($0,40 x 1000 = $400).
Einige werden sich jetzt fragen “Was soll der Blödsinn? Ich kann auch mit $10 an $0,20/$0,40 Tischen spielen und gewinnen!”
Natürlich kann man auch mit $10 an einem $0,20/$0,40 Tisch gewinnen, aber die Chance das man alles verliert ist sehr groß, da ein Pot in diesem Limit gut und gerne mehr als $10 betragen kann.

Das Bankroll Management hilft sich auf dem Limit wohl zu fühlen. Und Fakt ist: das wenn man nicht in der Lage ist z.B. das $0,05/$0,10 Limit zu schlagen man auf Dauer in den höheren Limits auch nicht gewinnen wird.

Da Pokern ein Spiel der Warscheinlichkeiten ist, und jeder erfahrene Pokerspieler schonmal die Erfahrung gemacht hat, Geld zu verlieren, obwohl er alles richtig gemacht hat, zwingt einen das Bankroll Management manchmal dazu wieder ein niedrigeres Limit zu spielen. Dies ist der entscheidende Faktor beim Bankroll Management, der verhindert, das man alles verliert. Viele Pokerspieler ohne vernünftiges Bankroll Management gehen, nachdem sie einen großen Pot verloren haben, oder einige Bad Beats verkraften mussten “on Tilt” und versuchen die Bad Beats durch spielen auf höheren Limits auszugleichen. Dies ist der klassische Fehler der schon viele Pokerspieler in den Ruin getrieben hat.

Beispiel wann der Abstieg in ein niedrigeres Limit nötig wird:

wir spielen an Tischen mit $0,20/$0,40 und haben $410. Durch unkonzentriertes Spielen, Bad Beats und dem Tilltfaktor verlieren wird in kurzer Zeit $210. Unsere Bankroll beträgt jetzt nur noch $200.
Das nächst niedrige Limit unter $0,20/$0,40 ist $0,10/$0,20 für dieses Limit benötigen wir $200, da unsere Bankroll wieder auf 1000x den BB vom $0,10/$0,20 Limit zusammengeschrumpft ist, spielen wird dieses Limit solange, bis wir unsere Bankroll wieder auf $400 aufgefüllt haben.
Es kann passieren, das man auch weiter verliert, und man gezwungen wird noch ein Limit abzusteigen. Wenn man merkt, das man unkonzentriert spielt, oder “on Tilt” ist, sollte man eine Pause einlegen.

Folgende Bankroll wird nach der 1000 BB Regel für die entsprechenden Limits benötigt:

NL $2    (Blinds: $0,01/$0,02):  1.000 BB = $20
NL $10   (Blinds: $0,05/$0,10):  1.000 BB = $100
NL $50   (Blinds: $0,25/$0,50):  1.000 BB = $500
NL $100  (Blinds: $0,50/$1,00):  1.000 BB = $1.000
NL $200  (Blinds: $1,00/$2,00):  1.000 BB = $2.000
NL $400  (Blinds: $2,00/$4,00):  1.000 BB = $4.000
NL $600  (Blinds: $3,00/$6,00):  1.000 BB = $6.000
NL $1000 (Blinds: $5,00/$10,00): 1.000 BB = $10.000

Wenn man seine eigene Bankroll aufbauen will, hilft es ungemein, wenn man seine ersten Dollars in Centetappen durch Freerolls verdient. So macht man die Erfahrung, das es einige Zeit benötigt, um die ersten Dollar zu verdienen, und man lernt die spielweisen der Pokerspieler auf den unteren Limits schonmal kennen. Es mag zwar auf den ersten Blick etwas länger Dauern, aber wie gesagt: Es ist sehr unwarscheinlich, das jemand die höheren Limits schlagen kann, wenn er auf den niedrigeren nicht erfolgreich spielen kann.

Anzumerken sei hier noch die sogenannte Komforzone. Wenn man auf einem niedrigeren Limit, als die Bankroll ermöglichen würde, besonders gerne und erfolgreich spielt besteht kein Zwang oder Notwendigkeit um in ein höheres Limit aufzusteigen. Wichtig ist, das man Spass am Spiel hat.

Bankroll Management für Turnierspieler:

Um erfolgreich und nachhaltig mit Pokerturnierspielen gewinn zu machen sollte die Bankroll mindestens das 50fache des Turnier Buyins betragen. Um also an einem $10+1 Dollarturnier teilnehmen zu können, muss man $550 in seiner Bankroll haben (10+1 = 11 x 50 = 550).

Einzige Ausnahme bilden die $1 Turniere. diese darf man ab einer Bankroll von $5 spielen, da dieses Level den Einstieg bildet.

Zwar gibt es mittlerweile auch Turniere mit noch geringerem buy in (z.B. $0,01, $0,10 und $0,25 auf PokerStars)
aber da in den $0,10 turbo Turnieren mit einem 500er Startstack und sehr schnellen Blinderhöhungen kein ordentliches Poker gespielt werden kann sollte man diese Turniere ignorieren - ausser man spielt gerne Bingo.

Die $0,25+$0 Turniere mit 45 Teilnehmern eigenen sich dagegen recht gut zum gewinnen der ersten Dollars.
Die Spieler auf diesem Level spielen teils sehr loose und callen im Durchschnitt mehr als sie eigentlich sollten. Hier kann man mit purer Mathematik relativ einfach ins Geld kommen.